Daniel Heuer
Erst Dressur, dann Springen
Silke und Monika hießen die Ponys, pardon Ponystuten, mit denen Daniel Heuer seine ersten Reiterfahrungen sammelte. „Sie waren super brav und haben wirklich jeden Spaß mitgemacht“, erinnert sich der heute 33-jährige gebürtige Mecklenburger. Zwar schlug sein Herz schon früh für den Parcourssport, doch seine beiden Eltern, der Vater Grand Prix-Reiter und auch die Mutter im Viereck bis zur schweren Klasse erfolgreich, bestanden auch auf der Reiterei mit langen Bügeln. „Für jeden Start in einem Springen musste ich in der gleichen Klasse auch in einer Dressurprüfung antreten. So bin ich zu meinen Erfolgen in M-Dressuren gekommen“, schmunzelt Daniel Heuer. War ihm das Dressurreiten früher eher lästige Pflicht, ist er heute dankbar für die dressurmäßige Grundlage seiner Springreiterei. „Es ist einfach unverzichtbar, die Springpferde nach klassischen Prinzipien zu gymnastizieren und an der Durchlässigkeit zu arbeiten. Mit der Springbegabung der Pferde allein lassen sich heutige Aufgaben in den technisch sehr anspruchsvollen Parcours nicht mehr bewältigen.“
Mit Snap zum Erfolg
Seine ersten S-Springen ritt Daniel Heuer mit Snap. „Snap war schon ein verrückter Hund. Zum Start musste ich ihn anfangs führen, weil er nur stieg. Bimmelte dann die Glocke, war er wie ausgewechselt und machte einen tollen Job.“ Bis Drei-Sterne-Prüfungen ritt Daniel Heuer den Oldenburger Wallach. In die Reihe der von ihm selbst bis zur internationalen Spitze ausgebildeten Pferde gehört auch Armatige. Mit der Hannoveraner Stute feierte Daniel Heuer seine bislang größten Erfolge: 2004 Platz elf und 2005 Platz sechs beim Hamburger Derby und Platz acht im Nationenpreis von Poznan/POL.Trainer Gerd Wildfang
1995 kam Daniel Heuer, nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Bereiterlehre in Berlin, nach Thedinghausen zu Familie Hartmann. Das Training dort mit dem Weltmeister Gerd Wildfang hat ihn nachhaltig geprägt. „Gerd Wildfang war genial. Ein echter Naturreiter, der intuitiv immer alles richtig machte“, schwärmt Daniel Heuer. Beeinflusst habe ihn aber auch die Zusammenarbeit mit den Nationenpreisreitern Hauke Luther und Carsten Otto Nagel. Weitere Station seiner Karriere war die bald fünfjährige Tätigkeit auf dem Hubertus-Hof in Schürsdorf, bevor er 2007 auf Gestüt Famos die Nachfolge von Karl Brocks antrat. „Die Aufgabe, die jungen, hochtalentierten Hengste sowie die ebenfalls sehr vermögenden Pferde des Ausbildungsstalles auf Gestüt Famos in den Sport zu bringen, macht mir hier sehr viel Spaß. Mit Diabolo d’ysieux, Ravel und jetzt neu Monolino stehen mir außerdem Pferde für die große Tour zur Verfügung.“Mit Ruhe und Überlegung zum Ziel
Sich selbst beschreibt Daniel Heuer als sehr ruhigen, überlegt agierenden Charakter, den nichts so leicht erschüttere. Einmal sei er allerdings ziemlich nervös geworden: „Mein heutiges Toppferd Ravel übersprang sich anfangs sehr und so trennten sich auf einem Turnier einmal unsere Wege. Die kurzzeitig erlangte Freiheit nutzte Ravel zur Flucht. Nach einer großangelegten Suchaktion fanden wir ihn schließlich im Garten eines Restaurants, friedlich grasend auf dem Zierrasen“, lacht Daniel Heuer noch heute bei dem Gedanken daran.Einmal das Hamburger Derby gewinnen
Neben der Reiterei hat Daniel Heuer eine Leidenschaft, der er jedes Jahr zwei Wochen lang frönt: das Reisen, nach z.B. Thailand, Mexiko ... Die restliche Zeit des Jahres arbeitet er hart an seinem Traum: „Einmal will ich das Hamburger Derby gewinnen.“

