Ein Westfale im Norden

Karl Brocks mit Diabolo d’ysieux und seinem fulminanten Sieg im Großen Preis von Münster ist Ihnen sicher ein Begriff, dem Träger des Goldenen Reitabzeichens stehen eine Vielzahl an Erfolgen in der schweren Klasse zu Buche. Karl Brocks hat sich auch mit dem Herausbringen junger Pferde einen Namen gemacht.

 

Auf’s Dach?

Eigentlich ist Karl Brocks gelernter Dachdecker – doch statt Ziegel und Dachfirst hatte er immer nur Steilsprünge und Oxer im Kopf. Und so muss die Übernahme des elterlichen Dachdeckerbetriebs im westfälischen Waltrop noch warten. Die Karriere im Parcours hat Vorrang. Auf seinem Spitzenpferd Diabolo d’ysieux gehört er zur erweiterten Spitze in Deutschland und lässt keinen Zweifel an seinen ehrgeizigen Ambitionen.

 

Im Ponylager

Der Pferdebazillus ist ein Erbe seiner reitenden Eltern: „Ich war vielleicht eine halbes Jahr alt, da ist mein Vater mit mir ausgeritten.“ Erste Springerfahrungen? Mit sechs – aber eher negativ. „Mein Vater nahm mich an die Longe. Der Sprung war so aufgebaut, dass ich immer in den Misthaufen landete, wenn ich die Balance verlor – was ziemlich oft der Fall war.“ Entmutigen ließ er sich nicht, trainierte fleißig weiter und siegte auf Anhieb in E-Springen. Die Ponystute White Lady ritt er zu zahlreichen Siegen in M-Springen und wurde 1992 Fünfter bei der DM in Schutterwald. Mit dem Weser-Ems-Pony Bravo holte er sich 1994 den Titel des Deutschen Meisters und gehörte bei der EM im belgischen Hasselt zu der an sechster Stelle platzierten Deutschen Equipe.

 

Mit schwierigen Pferden zum Erfolg

Ein Händchen für sensible bzw. verdorbene Pferde – das bewies Karl Brocks bereits im Juniorenlager. Annabell war eine „sauer“ gerittene und im Schulbetrieb „abgeparkte“ Stute. Auf ihr gelang ihm sein erster S-Sieg. „Ich lasse Pferden ihre Persönlichkeit.“ Man müsse erreichen, dass die Pferde mitkämpfen, sonst ginge es nicht. Karl Brocks’ Pferde kämpfen mit, wie z.B. Rubens. Auch er war ein „saurer“ Kandidat, auf dem sich Karl Brocks, wie er es selbst nennt, „eingefummelt hat“. Das Paar wurde 1998 in Lissabon/POR Vize-Europameister mit dem Jungen Reiter-Team.

 

Sehen und lernen

Gelernt hat Karl Brocks nicht nur durch seine Lehrer Thomas Schepers, Fritz Ligges und Kurt Gravemeier, sondern auch durch genaues Hinsehen. „Ich habe mir Dutzende Male Videos von internationalen Springen angesehen, bin nach Aachen, Donaueschingen, Hamburg etc. gefahren, um zu beobachten, wie es die Top-Reiter machen.“ Den Feinschliff erhielt er an der Bundeswehrsportschule in Warendorf und während seiner Bereiterlehre am DOKR (Deutsches Olympiade Komitee für Reiterei) unter den Fittichen von Heinrich-Wilhelm Johannsmann. Der „Kaiser“ stellte den Kontakt zum Sabrina-Illbruck-Team her, von dem Karl Brocks mit einem dreijährigen Stipendium gefördert wurde.

 

Auf Gestüt Famos

„In Warendorf bot sich mir nach meiner Lehre keine wirkliche Perspektive. Auf Vermittlung von Bundestrainer Kurt Gravemeier kam der Kontakt zu Familie Ostendorf von Gestüt Famos zustande.“ Die Aussicht, sehr gute Pferde ausbilden und reiten zu können auf einer wunderschönen Anlage, machten Karl Brocks den Wechsel nach Niedersachsen leicht.

 

Training

Karl Brocks ist auf Gestüt Famos nicht nur für den Beritt und die Turniervorstellung der Springpferde zuständig, sondern auch für das Training der im Deckeinsatz stehenden Springhengste. „Schon in meiner Warendorfer Zeit habe ich Deckhengste geritten.“

 

Witz gefällig?

Karl Brocks ist nicht nur für sein gutes Reiten bekannt. „Brocki“, wie er von seinen vielen Freunden genannt wird, gilt als Spaßvogel und sorgt – im Training und auf Turnieren - mit seinen Witzen, flotten Sprüchen und seinem Tatendrang für beste Stimmung.

 

Perspektive

Karl Brocks jetzt wieder auf Gestüt Famos – hier bald mehr ...